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Jubiläum! Jubiläum!

Foto: Stefan Peter Fotografie

Prolog

 

Ohne Witz – das ist mein dritter Entwurf (hoffentlich der Letzte)! Obwohl ich immer gerne und gut geschrieben habe, fällt es mir gerade schwer, ein paar vernünftige Zeilen zu Papier zu bringen. Es ist schrecklich, über mich selbst zu schreiben. Das ist wie bei einem Bewerbungsgespräch, wo das Gegenüber wissen will: Was sind Ihre Stärken? Und was sind Ihre Schwächen? Ich verabscheue diese Fragen.

In der Schule habe ich immer sehr gute Aufsätze geschrieben. Der schlechteste hatte die Note 4. Ich musste – wie jetzt auch – über mich schreiben. Das Thema: «Da hatte ich große Angst» (ich frage mich gerade, wo dieser peinliche Aufsatz liegt …).
Ich schweife ab, zurück zu meinem Jubiläum.

 

Diesen Monat feiere ich mein 20-Jähriges als veröffentlichte Autorin. Wie fühle ich mich jetzt? Worauf schaue ich zurück? Kann ich dieses Jubiläum genießen?
Nicht so, wie ich es sollte oder es andere vielleicht erwarten. Ich schaue mehr in die Zukunft als zurück. Besser wäre es, in der Gegenwart zu sein, aber das will mir nie so recht gelingen. Als Kind habe ich stets davon geträumt, erwachsen, unabhängig und frei zu sein. Richtig frei wird man auf diesem Planeten aber wohl nie. Irgendwelche Verpflichtungen gibt es immer, meist in Verbindung mit Rechnungen: Steuern, Seraf … Seufz! So hatte ich mir das damals nicht ausgemalt.

 

1. Kapitel – Von Jobs und einem Debütroman

 

Im Kindergarten wollte ich Schauspielerin werden, dann starben in dieser Zeit aber viele Promis und ich dachte: Hui, das ist ein gefährlicher Beruf. Besser etwas anderes werden. Einmal wollte ich Lehrerin werden, dann Archäologin, Autorin und schließlich wieder Schauspielerin.

Mein Lehrer (herzliche Grüße an dieser Stelle, Herr v. W.) wird sich vermutlich noch lebhaft daran erinnern, dass ich mich standhaft weigerte, eine Schnupperlehre zu machen und dass meine Eltern so verrückt waren, mich dabei zu unterstützen (Das haben sie übrigens immer! Das werde ich ihnen nie vergessen.). Während andere ihre Lehrstelle schon hatten, sprach ich an Schauspielschulen in der Schweiz und Deutschland vor. Ich scheiterte, aber damals war ich recht flexibel und pragmatisch.

 

Im Juni 1998 schrieb ich in aller Eile Bewerbungen, um eine Lehrstelle als Friseurin zu finden. Warum ausgerechnet dieser Beruf? Sagen wir es so: Mein Bruder war schuld. Eigentlich wollte er Friseur werden und ich fand: Oh, das wäre auch etwas für mich! So machte ich eine Ausbildung zur Friseurin, während er sich für die Lehre als Kaufmann entschied – und dann erst auf dem zweiten Bildungsweg Friseur wurde, um dann später wieder in den kaufmännischen Beruf zu wechseln.

 

Drei düstere Jahre brachen an. Düster im Innen wie Außen. In dieser Zeit entstand mein Debütroman «Der Kuss der Nacht». Einfach lesen, dann wisst ihr Bescheid. Ich verschlang die Bücher von Anne Rice und Stephen King. Schaute mir gerne Thriller und Horrorfilme an. Und am Samstag, nach der Arbeit, pilgerte ich in den Comic Shop in Luzern, um mir die neuste Ausgabe der «X-Men» zu kaufen. Ich war immer gerne zu Hause, las, zeichnete, schrieb oder schaute mir Filme und Serien an.

 

2002 ging ein großer Traum in Erfüllung. Mein Debütroman «Der Kuss der Nacht» erschien. Ich war selig und der festen Überzeugung, bald eine berühmte Autorin zu sein. Obwohl sich das Buch über die Jahre ganz gut verkaufte und mir Türen öffnete, um an Schulen Lesungen zu halten, wurde ich nicht die weltbekannte Schriftstellerin, von der ich geträumt hatte.

Noch heute sagen Schüler zu mir: «Also Sie habe ich vorher gar nicht gekannt.»

Nun denn, ich bin nicht so berühmt wie meine Vorbilder (Frederica de Cesco, Stephen King) oder eine J. K. Rowling, aber ich habe die wunderbare Möglichkeit, in Schulen zu gehen und zu jungen Menschen zu sprechen, die sich bald mit der Berufswahl auseinandersetzen müssen, kurz davor stehen, in die Arbeitswelt zu treten, oder sich gerade mittendrin befinden. Ich bilde mir ein, ihnen anhand meines Werdegangs aufzeigen zu können, dass die Linie des Lebens nicht gerade verlaufen muss. Auch wenn es Stolpersteine gibt, so geht es, egal wie herausfordernd und schmerzvoll es sein kann, immer weiter.

Vielleicht wird der eine oder andere wie ich die «falsche» Berufswahl treffen – wobei wirklich falsch war sie am Ende auch nicht. Ich habe sehr viel gelernt, vor allem Putzen (haha), nein ernsthaft. Ich hatte jeden Tag mit Menschen zu tun. Netten und unfreundlichen. Ich wurde angeschrien und mir wurden Gegenstände nachgeworfen (kein Witz). Ich bin niemandem böse deswegen. Ich habe in den drei Jahren gelernt, was es heißt zu arbeiten und ich war sehr stolz auf mich, dass ich die Abschlussprüfung bestanden habe. Die Mühe, die drei Jahre durchzuhalten, hat sich gelohnt, auch wenn ich im ersten Jahr gerne alles hingeschmissen hätte. Manchmal ist es gut, sich auf die Zähne zu beißen, durchzuhalten und schließlich den Abschluss zu meistern. Danach hat jeder die Möglichkeit, seinen Job zu wechseln. Das kann mal schwieriger sein, mal einfacher. Ich habe eine zweite Ausbildung als Kauffrau gemacht. Ein guter Entscheid. Das lag mir besser als das Haareschneiden.

 

Kapitel 2 – Ein neuer Roman!

 

2010 hatte ich ein Buch fertig. Mein zweites. In den vergangenen acht Jahren hatte ich viele Geschichten angefangen oder fertig geschrieben, aber sie dann für nicht gut befunden. Ich lagere sie ausgedruckt zu Hause. Darum kann sich jemand kümmern, wenn ich tot bin ;-).

 

Ich war mir sicher, mit «Zwischen Licht und Dunkelheit» würde mir DER Bestseller gelingen. Die Geschichte war spannend, einfallsreich und es gab eine Liebesgeschichte! Was wollte der Leser also noch mehr?

Die Verlage entschieden, dass es niemanden interessierte.

Dank des Hinweises einer Bekannten bin ich auf Amazon und das Selfpublishing gekommen. Man kann viel Schlechtes über Amazon sagen, aber in dieser Beziehung haben sie vielen Autoren den Weg geebnet. Autoren, die sonst nie entdeckt worden wären. Vieles ist im Leben halt nicht nur Schwarz und Weiß. Das ist auch das Hauptthema in «Zwischen Licht und Dunkelheit».

Ich habe rund 10.000 Franken in das Buch investiert. Voller Überzeugung und voller Freude habe ich es im Oktober 2011 veröffentlicht.

Jahrelang habe ich daran geschrieben, gefeilt – und dann kamen Rückmeldungen wie: «Das wurde wohl einfach husch, husch geschrieben», «Es fehlt das scharfe S!», «das Cover ist schrecklich» usw.

Natürlich gab es auch Feedback wie: «Wow, ein Buch, das überrascht und nicht mit einer üblichen Story daherkommt. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist sehr vielschichtig und Andrea Schneeberger hat einen spannenden Erzählstil, so dass man einerseits das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag und andererseits immer langsamer liest, damit es nicht zu Ende geht.» (von Marakkaram, Lovelybooks)

 

Um das Buch zu pushen, produzierte ich mithilfe von Silvio Wey einen ziemlich coolen Trailer. Ich kratzte dafür das restliche Geld zusammen, das ich noch hatte. Der Dreh war großartig. Der Trailer super – nur den Verkauf des Romans vermochte er nicht anzukurbeln.

Auch das neue Cover half nicht.

Ich war frustriert, wütend und traurig. Ich warf über 900 Bücher in den Müll! Danach druckte ich nie wieder ein Buch auf Vorrat. Das war mir zu risikoreich.

 

Nachdem ich genug in Mitleid geschwommen war, schrieb ich zwei neue Bücher: «Sechs Sekunden» und «Tosca und der weisse Kater suchen den Himmel». Letztere Geschichte ist so gut und süß. Ich verstehe bis heute nicht, warum es sich so schlecht verkauft. Die Rezis sind durchgehend positiv. Die Geschichte ist großartig. Wirklich! Und «Sechs Sekunden»? Ein spezieller Roman, wie ich finde. Der Liebling meiner Cousine. Das verstehe ich auch nicht. Diese Geschichte habe ich tatsächlich in nur drei Monaten geschrieben!

Natürlich machte ich noch den einen oder anderen Fehler, traf übereilte oder falsche Entscheidungen und arbeitete mit Menschen zusammen, die nicht so zuverlässig waren, bis ich endlich ein tolles Team um mich versammelt hatte, das echt gute und verlässliche Arbeit leistet.

 

3. Kapitel – ich erfülle mir einen Traum

 

Im Februar 2021 wagte ich den Sprung in die Selbständigkeit. Einfach nur als Autorin arbeiten! Mit Pauken und Trompeten (nur in meinem Inneren) startete ich durch. Am ersten Tag – ungelogen – bekam ich zwei Anfragen für Lesungen. Ich war überglücklich. Was für ein fulminanter Start!

 

Im Juli 2021 erschien dann mein Roman «Lajos und der Weltenbaum». Eines meiner besten Bücher, wage ich zu behaupten. Und wie bei jedem Roman war ich mir auch hier sicher: Das wird ein Bestseller!

Wurde er nicht. Die Ausgaben hat das Buch bis heute noch nicht gedeckt.

Im September des gleichen Jahres legte ich nach mit «Herzlos».

Also, wenn diese Novelle nicht durch die Decke geht, dann weiß ich auch nicht, so meine Gedanken. Auch diese wunderbare, tiefsinnige Geschichte hat es nicht geschafft, die Kosten zu decken und ein breites Publikum zu erreichen. Die Rezensionen 4,6 Sterne!

 

Erfolgreicher bin ich mit meinen Romanen, die ich unter einem englischen Pseudonym veröffentliche.

Gut läuft es auch mit den Lesungen. Das macht Freude, besonders wenn die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen oder gar ein Buch von mir gelesen haben.

Meine längste Lesung hatte ich im letzten Jahr. Fast drei Stunden. Das war toll. Wenn die Stimmung großartig ist, bleibe ich auch gratis länger.

 

Und wie ist es nun, nur als Autorin zu arbeiten?

Schön. Ich konnte mir über ein Jahr lang den Tag so einteilen, wie ich wollte. Wenn ich müde war, dann habe ich mich hingelegt und gedöst, wenn ich in Arbeitswut war, habe ich gearbeitet wie verrückt.

Aber natürlich gab es auch ein paar Herausforderungen, so alleine im stillen Kämmerlein zu arbeiten. Am Anfang habe ich meinen Partner (an dieser Stelle ein liebes Dankeschön an ihn) verrückt gemacht und er klagte, ich hätte zu viel Zeit, um mir über alles Mögliche und Unmögliche Gedanken zu machen. Ja, das ist wahr, das hat man tatsächlich, wenn man arbeiten kann, wie man möchte. Ich konnte mir über vieles das Gehirn zermartern. Ich konnte aber auch Neues entdecken, meinen Horizont erweitern und neue Erkenntnisse gewinnen.

 

4. Kapitel - Resümee

 

Aus ein paar Zeilen wurden ein paar Seiten. Plötzlich ist es doch noch geflutscht, über mich selbst zu schreiben.  

In 20 Jahren habe ich 13 Bücher sowie ein paar Kurzgeschichten veröffentlicht – und mich als Verlegerin erprobt.
Ein Roman von mir war bei BoD für kurze Zeit auf Platz 1 der E-Books eines einzelnen Genres.

 

Und was ist mit der Schauspielerei?
Auch das habe ich gemacht. Ich stand bei mehreren Theaterproduktionen auf der Bühne in Luzern. Sogar vor die Kamera habe ich es geschafft, wenn auch nur als Statistin.

 

Und ein Jahr lang war ich jetzt einfach nur Autorin. An manchen Tagen denke ich: Oh, hätte ich doch noch dies oder jenes gemacht. Aber irgendwie ist die Zeit unglaublich schnell vorbei gegangen. Tja, und nun geht das Geld langsam aus. Leider kann ich mit den Buchverkäufen und Lesungen immer noch nicht alle Rechnungen bezahlen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Deswegen geht es zurück in die klassische Arbeitswelt und damit auch auf in ein neues Kapitel in meinem Leben. Bin ich gescheitert? Die einen sagen vielleicht Ja, die anderen werden möglicherweise mit den Schultern zucken.


Mein Fazit lautet: Ich habe es versucht! Ich finde es dumm, vom Scheitern zu sprechen. Das will mir die kleine fiese Stimme im Hinterkopf manchmal einreden, aber diese Stimme ist eine Lügnerin! Gescheitert ist der, der nichts in seinem Leben versucht. Der einfach zu Hause sitzt und wartet - auf dass sich etwas in seinem Leben ändert.

Jetzt bin ich bereit, meinen Horizont auf ein Neues zu erweitern und wieder in einem Team zu arbeiten. Das ist auch schön. Und da wären wir wieder beim Anfang. Nichts ist nur Schwarz oder Weiß.

 

Epilog – Ein Blick in die Zukunft

 

ABER …

… 2022 ist nicht nur wegen meines Jubiläums ein besonderes Jahr, sondern auch, weil mein erstes Hörbuch im Juni erscheinen wird! «Tallulah und der goldene Kolibri» wird vertont von Silvio Wey. Mit ihm habe ich schon beim Trailer zu «Zwischen Licht und Dunkelheit» zusammengearbeitet. Er ist dort in die Rolle von Lyell geschlüpft und stand hinter der Kamera als Regisseur.

 

Das Hörbuch kommt nur zustande, weil ganz viele unglaublich liebe und großzügige Menschen für das Crowdfunding-Projekt auf Lokalhelden gespendet haben. Ich bin immer noch ganz gerührt, dass der Betrag von über 4.100 Franken zusammenkam! Ich danke auch der Raiffeisenbank, die 800 Franken beigesteuert hat. Ich freue mich sehr auf die Veröffentlichung. Übrigens werde auch ich einen Text einsprechen. Welchen verrate ich noch nicht – es wäre ja sonst keine Überraschung mehr. Ich bin dieses Jahr wieder in der Ostschweiz, in Bern und in der Innerschweiz mit Lesungen unterwegs. Allerdings immer nur in Schulen und diese Veranstaltungen sind leider nicht öffentlich. Doch auf der Fantasy, der Schweizer Comic Con (The Swiss Comic Con), könnt ihr mich bei einer öffentlichen Lesung antreffen. Sobald ich das Datum und die Uhrzeit weiß, lasse ich es euch wissen.

 

Schön wäre es, einmal in einer Buchhandlung eine Lesung zu halten. Das wäre etwas, das ich in Zukunft gern machen würde und natürlich wäre es großartig, ein Buch von mir würde verfilmt werden. Ich möchte mich schließlich darüber beklagen können, wie dilettantisch mein Roman für die Leinwand umgesetzt wurde ;-) Nein, ich hoffe natürlich, dass das jemand sehr behutsam macht, so dass ich mich über den Film freuen kann.

 

Ich hoffe, dieser Text ist besser ausgefallen als mein Aufsatz «Da hatte ich grosse Angst» von 19-irgendetwas. Wer mir eine Note geben möchte, kann das gerne hier tun. Es ist auch sonst erlaubt, mir zu schreiben. Ich antworte eigentlich immer. Nur auf romantische Anfragen gehe ich nicht ein. Ich habe einen Freund und ich habe vor, sofern er auch willens ist, ihn zu behalten.


Ein großes und herzliches Dankeschön an alle Menschen da draußen, die meine Romane lesen, über meine Schreibarbeit sprechen und sie weiterempfehlen oder mich sonst auf irgendeine Weise unterstützen.

 

Herzliche Grüße

Andrea

 

 



 

Juhu, das Hörbuch von "Tallulah und der goldene Kolibri" wird nun produziert. Ich bin unglaublich danbar für all die grosszügigen Menschen, die das Projekt unterstütz haben! Vielen herzlichen Dank! Im Verlauf vom Juni 2022 wird das Hörbuch dann endlich erscheinen. Ich halte euch auf dem Laufendem :-)

 

 

Hilfst du mit?

In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Schauspieler Silvio Wey habe ich die Möglichkeit das Hörbuch zu "Tallulah und der goldene Kolibri" zu veröffentlichen. Eine einmalige Chance. Doch alleine kann ich das Projekt nicht stemmen. Doch mit deiner Hilfe könnte ein Traum werden!


Während meiner Lesungen wurde ich oft von den Schülerinnen und Schülern gefragt, ob es meine Bücher nicht auch als Hörbuch gibt. Viele Jugendliche mögen es lieber, einer Geschichte zu lauschen, statt sie zu lesen.  
Ich glaube, dass junge Menschen auch beim Hören und nicht nur beim Lesen von der Deutschen Sprache profitieren können.

Mit deinem Beitrag bereitest du nicht nur jungen Fantasy-Begeisterten Hörer eine Freude, sondern hilfst auch einer Autorin und einem Schauspieler ihren Traum vom Hörbuch umzusetzen :-) Vielen herzlichen Dank für die Unterstützung.


Jetzt unterstützen: https://www.lokalhelden.ch/hoerbuch


 

 

Medienmitteilung September 2021

Andrea Schneeberger:

mit neuem Roman «Lajos und der Weltenbaum»

auf Buchtour


Die Innerschweizer Autorin Andrea Schneeberger gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Selfpublishern («10vor10» vom 9. April 2019.) Sie schreibt vorwiegend Fantasy-Romane für Jugendliche und hat im Mai ihren neusten Roman «Lajos und der Weltenbaum» veröffentlicht.

 

Die Autorin verpackt ernste Themen wie das Erwachsenwerden, Vertrauen in sich selbst zu finden, Krankheiten und Tod geschickt in spannende Erzählungen. Mit Lesungen ist die Autorin seit rund zwanzig Jahren erfolgreich an öffentlichen Schulen zu Gast. Dabei fasziniert sie die Schülerinnen und Schüler mit ihren fantastischen und einfühlsamen Erzählungen.

 

Wieder auf Buchtour

Ab 20. September ist Andrea Schneeberger (in der Innerschweiz) mit ihrem Fantasy-Roman «Lajos und der Weltenbaum» wieder auf Lesetournee an öffentlichen Schulen. Sie wird über die Entstehung ihrer Bücher erzählen und aufzeigen, was es bedeutet, sich an das Abenteuer des Romanschreibens zu wagen. 


Lajos und der Weltenbaum

Der neue Roman «Lajos und der Weltenbaum» vereint ungarische Mythologie und Spiritualität. Darin geht es darum, wie man das Vertrauen in sich selbst findet, Altes ablegt, mutig ist und Entscheidungen trifft. Als Lajos mit sechs Fingern und Zehen geboren wird, zeichnet ihn das als Táltos aus. Einen Menschen mit magischen Fähigkeiten, erwählt von Isten, um den Weltenbaum vor Ördög zu schützen. Lajos weiss nicht, wo dieser sagenumwobene Baum steht, und es interessiert ihn auch nicht. Vielmehr macht ihm zu schaffen, wie sich sein Puls in der Gegenwart der schönen Csilla beschleunigt. Wird sich die Vorhersage erfüllen oder kann Lajos zum Wohle der Menschheit gegen seine Gefühle für Csilla ankämpfen? Denn: Wenn er Csilla küsst, wird der Weltenbaum brennen und die Menschheit vernichten.

 

Die Autorin 

Andrea Schneeberger (Jahrgang 1981) ist in der Innerschweiz aufgewachsen. Ihr Herz gehört seit der Kindheit dem Schreiben. Sie arbeitete als Friseurin und später als Marketingfachfrau bei Non-Profit-Organisationen. Erste Erfolge als Autorin konnte sie 2002 mit ihrem Debüt Roman «Der Kuss der Nacht» feiern. In den Jahren darauf folgten mehrere Fantasy-Romane, Kurzgeschichten und Veröffentlichungen unter Pseudonym. Seit diesem Jahr widmet sie sich ganz dem Schreiben



Werkliste

2021 Herzlos

2021 Lajos und der Weltenbaum

2017 Tallulah und der goldene Kolibri

2015 Das Marmorhaus

2014 Blutfeuerlicht

2013 Tosca und der weisse Kater suchen den Himmel

2013 Sechs Sekunden

2011 Zwischen Licht und Dunkelheit - Die Entscheidung

2002 Der Kuss der Nacht


 

Kurzgeschichten  

2016 Briefe
2015 Die Nacht der Schatten, L.R. Bäumle und Andrea Schneeberger
2012 «Das Geheimnis von Thomas K.», Anthologie «nebeneinander zusammenleben», Herausgeber: Nachbarschaftshilfe Zürich
2010 «Der Zuckervampir», (Anthologie «Zuckerschlecken») POETAe Verlag


 






Neue Arbeitssituation - 100% als Autorin arbeiten

Seit dem 1. Februar 2021 arbeite ich 100 % als Autorin. Damit habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt. Eine Bekannte hat mich vor Kurzem gefragt, wie die Umstellung zur Selbständigkeit für mich war. Ich habe vielleicht ein, zwei Herzschläge lang nachgedacht und dann geantwortet: «Als hätte ich nie etwas anderes getan.»

Es war spielend einfach für mich, in den neuen Alltag hineinzuwachsen. Was sicher auch daran liegt, dass ich mich an klare Tagesstrukturen halte. Ich schlafe nicht, bis ich wach werde, sondern stelle mir den Wecker meistens zwischen 5.00 und 6.00 Uhr morgens.

Nach dem Aufstehen mache ich zuerst etwas Yoga und Krafttraining, bevor ich meditiere und frühstücke. Danach verbringe ich meistens noch etwas Zeit mit dem Erlernen einer neuen Sprache, was ich sehr gerne mache!

Danach arbeite ich für ein paar Stunden an meinen Büchern, erledige die Buchhaltung oder kümmere mich um die Vermarktung der Romane. Dabei werde ich von Chris Regez (www.crcomm.ch) tatkräftig unterstützt. Jetzt wo ich vom Schreiben lebe, hat das Marketing an Bedeutung gewonnen. Als typische Schweizerin habe ich meistens um 12.00 Hunger. Damit ich nicht zum Kellerkind verkomme, gehe ich nach dem Essen meistens spazieren oder joggen.

Mit durchlüftetem Kopf lässt es sich danach wieder viel besser weiterarbeiten. Manchmal auch bis in den späten Abend hinein.

Samstag und Sonntag sind meine «klassischen» Ruhetage. Obwohl: Wenn ein Abgabetermin ansteht, arbeite ich auch an diesen Tagen.

Effizient arbeiten dank der Mindmap-Technik

In der Sekundarschule wurde uns die Mindmap-Technik vermittelt. Ich kann nicht sagen, dass es «Liebe auf den ersten Blick» war. Ja, ich bin mir sogar fast sicher, dass ich diese Arbeitsweise am Anfang sogar als ziemlich doof empfunden habe.

Aber über die Jahre hinweg habe ich dieses Vorgehen schätzen gelernt und habe die Mindmaps in mein Herz geschlossen. Heute erstelle ich sie, um die Namen, die Charaktereigenschaften, das Aussehen usw. der Figuren in meinen Geschichten festzuhalten. Für mich ist eine Mindmap übersichtlicher als ein Steckbrief oder ein Fliesstext und ich erkenne das Wichtigste auf einen Blick.

Ich habe mich aber auch schon dabei ertappt, dass ich Änderungen an den Figuren nicht nachgeführt habe oder etwas ausgelassen habe. Das ist aber nicht besonders dramatisch. Die Mindmap-Darstellung hilft mir, effizient zu arbeiten. Aber: Sie ist nicht zwingend in Stein gemeisselt.

Neues Buch «Lajos und der Weltenbaum» in Arbeit

In meinem neuen Buch habe ich Mythologie und Spiritualität vermischt. Es ist eine Geschichte, in der es vor allem darum geht, das Vertrauen in sich selbst zu finden, Altes abzulegen und mutig zu sein. Es ist aber auch eine Liebesgeschichte mit Magie und der einen oder anderen Überraschung für die Leserinnen und Leser.

«Lajos und der Weltenbaum» ist für mich ein besonderer Roman. Zum ersten Mal habe ich stellenweise etwas Ungarisch eingeflochten. Die Leser werden so auch ein paar ungarische Wörter kennenlernen und bemerken, dass Ungarisch eine sehr schöne Sprache ist.  

Im Frühsommer 2019 habe ich begonnen, am Manuskript «Lajos und der Weltenbaum» zu schreiben. Es ist ein Fantasy-Roman, der in Ungarn um das Jahr 1533 spielt. Ich habe mich von der ungarischen Mythologie für die Geschichte inspirieren lassen. In Bezug auf den Weltenbaum hat sie auch eine Übereinstimmung mit der nordischen-Mythologie und dem Ra-Material.

Normalerweise kann ich innerhalb eines Jahres ein Buch fertig schreiben. Bei «Lajos und der Weltenbaum» dauerte es jedoch aus zwei Gründen länger: einerseits, weil ich gleichzeitig noch ein anderes Buch fertigstellte, das unter meinem Pseudonym erschien und andererseits, weil ich im letzten Sommer die Geschichte komplett «über den Haufen» geworfen habe.

Weshalb ich das getan habe? In der Story war alles «viel zu viel» und auch viel zu einfach. Lajos lebte in einer harmonischen Bilderbuchfamilie und Csilla wuchs bei ihrem Vater auf. Sie wusste über alles Bescheid und irgendwann traf sie Lajos – gähn.

Ich glaube die Leserinnen und Leser wären vor lauter Langeweile gestorben. Also habe ich die Delete-Taste sehr grosszügig verwendet und Lajos und Csilla ein paar Steine in den Weg gelegt. Dies hat ihnen viel Raum zur Entwicklung gegeben. 

Im Januar 2021 wurde der Roman fertig. Wobei das Wort «fertig» nicht ganz stimmt. Der Text ist im Moment bei der Lektorin Daniela Höhne (www.verlorene-werke.de). Sie prüft die Geschichte auf Herz und Nieren. Ihrem Adlerauge entgeht wirklich nichts. Ich bin also in freudiger und gleichzeitig etwas angespannter Situation im Moment. Sie hat mir gestern geschrieben, dass sie die Story bis jetzt mag. Ich habe jedoch ein paar Stellen im Kopf, die möglicherweise ins Feuer ihrer Kritik kommen könnten, und bin bereit, bei Bedarf die Ärmel hochzukrempeln und an den einen oder anderen Passagen nochmals zu feilen. Aber das ist für uns Autoren normal.

Wir tauchen derart in unsere selbst erschaffene Welt ein, dass wir manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Deswegen ist die Lektorin bei der Entstehung eines neuen Buches die wichtigste Ansprechperson. Sie zeigt uns auf, wo die Schwachstellen sind, was der Leser vielleicht nicht versteht oder wo er einschlafen könnte. 

Im April/Mai wird der Roman zwei Korrektorate durchlaufen. Im Juni 2021 wird das neue Buch dann endlich auf den Markt kommen. Es klingt, als würde es bis zum Erscheinungstermin noch eine Ewigkeit dauern. Aber: Die Zeit rast und ich werde aufgrund von Danielas Feedback sicher noch einige Korrekturen machen müssen.  

Im Mai wird das Cover entstehen. Darauf freue ich mich schon jetzt sehr. Übrigens wird der Roman nicht nur als E-Book, sondern auch in Taschenbuchform erscheinen. Da ich Hardcover-Ausgaben sehr mag, wird dieses Buch auch als Hardcover-Version erscheinen. Damit erfülle ich mir einen Traum.

 
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