Tallulah und der goldene Kolibri - Erster Einblick in den Roman


tallulah-coverentwurf1_1jpg

1. Kapitel (nicht vollständig ;-)) 

Ein schüchterner Mond, der sich hinter dunklen Wolken verkroch, stand am Himmel, als Tallulah das Fenster öffnete. Einen Moment verharrte sie und lauschte den Geräuschen der Nacht. Ein Käuzchen, so einsam wie der Erdtrabant, rief nach verlorenen Freunden. Sein Ruf wurde sanft untermalt vom stetigen Rauschen des Verkehrs auf der Autobahn, die sich zwar nicht in unmittelbarer Nähe befand, aber deren Geräusche zu hören waren, wann immer der Wind drehte und Regen bevorstand.

Tallulah blickt auf die schmale Armbanduhr an ihrem Handgelenk. Das Einzige, was sie von ihrer Mutter hatte. Die goldenen Zeiger ermahnten sie, sich zu beeilen, wenn sie es noch rechtzeitig in die 11-Uhr-Vorstellung schaffen wollte.

Mit der Geschicklichkeit einer geübten Kletterin und dem Mut einer verzweifelten Ausreißerin sprang sie von der Fensterbank ab, bekam einen Ast des Baumes zu fassen, zog sich daran hoch und hangelte sich schließlich nach unten. Im Turnunterricht wurde Tallulah von ihren Mitschülern Spiderman genannt, manchmal auch Kletteräffchen, wenn man sie ärgern wollte. Niemand war schneller an der Kletterstange, am Seil und an der Kletterwand. Sie stellte selbst die sportlichsten Jungs in der Klasse in den Schatten. Ihre Freundin Katlin nannte sie eine Verrückte und prophezeite: „Du wirst dir eines Tages noch den Hals brechen mit deiner dämlichen Kletterei, besonders, wenn du weiterhin in Chucks rumläufst.“ An den Chucks würde Tallulah nichts ändern, genauso wenig an ihrer Vorliebe für Jeans, T-Shirts und Kapuzenpullover. Es gab keine bequemere Kleidung. Die Jeans behielt sie mindestens zwei Wochen lang an, damit der Stoff richtig weich und gerade noch so von den Hüftknochen gehalten wurde.

„Du würdest einen prima Jungen abgeben“, meinte Katlin oft.

Völlig daneben lag ihre beste Freundin damit nicht. Tallulah schaute mit Vorliebe Horrorfilme und sammelte Comics. Außerdem liebte sie die Nacht und streifte, wenn sie sich nicht gerade in einen Film schlich, durch die Parks der Stadt, und manchmal zog es sie auch in den Wald. Dort, genau wie auch im Park, kletterte sie auf einen Baum und hing einfach ihren Gedanken nach oder las in einem Comic. Manchmal nahm sie auch ihr schwarzes Moleskine mit und schrieb oder zeichnete. Sie dichtete auch gerne, obwohl sie wusste, dass sie keine wirklich gute Poetin war und auch eher eine mäßige Zeichnerin. Trotzdem machte ihr beides Spaß.

Tallulah huschte geduckt über den millimetergenau gestutzten Rasen vor ihrem Haus. Sie blickte niemals zurück. Zu sehr fürchtete sie, das wütende Gesicht ihres Vaters hinter einer Fensterscheibe zu entdecken. Wütend würde er definitiv werden, wenn er von ihren nächtlichen Ausflügen wüsste. Merovech Doerr war ein Vater, der die Zuneigung zu seiner Tochter auf die Art und Weise zeigte, indem er sie bestmöglich behüten wollte. Was für Tallulah bedeutete: Das Haus wurde bei Dunkelheit nicht mehr verlassen, und wenn doch, dann nur in Begleitung des Vaters. Sie glaubte, dass es mit dem Verschwinden ihrer Mutter zu tun hatte, denn es war Nacht gewesen, als diese einst – Tallulah war gerade mal drei Jahre alt – das Haus verließ und nicht wieder zurückkehrte. Noch heute war ihr Vater wütend über ihr Verschwinden, und manchmal, wenn Tallulah sich nach ihrer Mutter erkundigte, brach diese Wut aus ihm heraus wie ein tosender Sturm, bei dem sie nur noch ihren Kopf einziehen und hoffen konnte, dass er möglichst schnell vorbei war. Für ihren Vater war klar: Viola Doerr hatte die Familie absichtlich verlassen! Er wusste es, und nein, er wollte sich nicht näher dazu äußern. Tallulah zweifelte oft an seinen Worten. Bestimmt gab es einen Grund. Vielleicht war ihre Mutter von irgendeinem Psycho umgebracht worden und lag irgendwo verscharrt in einem Garten. Ein beklemmender Gedanke, aber weniger schmerzlich als die Möglichkeit, dass sie einfach keine Lust mehr auf Mann und Kind gehabt hatte.

Tallulah schüttelte den Kopf, um die traurigen Gedanken zu vertreiben. Sie gelangte zur Hauptstraße und eilte diese mehrere hundert Meter hinunter. Außer Atem erreichte sie das Palast-Kino. Es war ein Relikt aus den 20er-Jahren und versprühte noch den Charme dieser Zeit. Tallulah liebte das Lichtspielhaus. Es zeigte neben aktuellen Filmen auch ältere. Meistens in der Spätvorstellung. Heute lief Interview mit einem Vampir.

An der Tür wartete Igor bereits auf sie. Er war groß, dünn und bestand nur aus Ecken und Kanten. Sein blondes Haar sah aus, als stünde es dauerhaft unter Strom, und seine blassblauen Augen waren immer in Bewegung. Nichts schien ihm zu entgehen. Igor war Student der Filmwissenschaft. Bei ihrem Kennenlernen hatte der Zufall seine Hände im Spiel gehabt. Er stand vor ihr an der Kasse eines Supermarktes, die Einkäufe auf dem Band, die Brieftasche zu Hause. Tallulah lieh ihm das Geld zum Bezahlen. Aus Dankbarkeit ließ er sie seitdem gratis ins Kino ein. Bei den Spätvorstellungen war er der einzige Anwesende der Angestellten, daher war es kein Problem für ihn.

„Heute haben wir fast volles Haus“, verriet er Tallulah. „Du musst wahrscheinlich ziemlich weit vorne sitzen.“

„Macht nichts“, meinte sie schulterzuckend und schlüpfte an ihm vorbei in den Vorführungsraum.

„Viel Spaß.“ Igor schloss hinter ihr die Tür. Der Film hatte bereits begonnen. Louis ritt auf seinem Pferd über die Plantage und erzählte davon, wie seine Frau im Kindbett gestorben war. Wie immer an dieser Stelle fragte sich Tallulah , warum hier Roman und Film nicht übereinstimmten. Vermutlich zu kompliziert, dachte sie und ließ dabei ihren Blick schweifen. Das Kino war tatsächlich gut besucht für diese Uhrzeit und für einen Donnerstag. Um die anderen Zuschauer nicht zu stören, setzte sie sich auf den äußersten Platz im mittleren Bereich und versank in der Welt von Lestat, Louis und Claudia. Als der Film zu Ende war, stakste sie auf Beinen, die sich wie Stelzen anfühlten, nach draußen, wo ein rauchender Igor bereits auf sie wartete.

„Hat dir der Film gefallen?“

„Ich habe ihn schon mal gesehen. Im Fernseher, aber auf Leinwand gefallen mir Filme besser“, erklärte Tallulah lächelnd. „Krieg ich auch eine?“

„Wie alt bist du noch?“, fragte Igor mit einem breiten Grinsen.

„Siebzehn.“

Er zog aus seiner Gesäßtasche ein zerdrücktes Päckchen Lucky Strikes und streckte es ihr hin.

„Sag nicht, ich hätte dich nicht vor gelben Fingernägeln, Krebs und pergamentartiger Haut gewarnt.“

Tallulah rollte mit den Augen. „Keine Sorge, ich werde schon keine Kettenraucherin.“ Sie steckte sich die Zigarette zwischen die Lippen. Igor beugte sich vor, um ihr Feuer zu geben.

„Danke. Wie läuft’s mit dem Studium?“

Igor fuhr sich mit der Hand durchs blonde Haar und brachte es fertig, eine noch größere Unordnung hineinzubringen. „Ich bin wieder einmal in Verzug mit einer Arbeit.“ Frustriert stieß er den Rauch aus Mund und Nase aus. „Und bei dir?“

„Ach, wie Schule halt so ist …“ Tallulah nahm einen Zug und hustete.

„Du solltest das Rauchen echt sein lassen“, meinte Igor.

„Und was ist mit dir?“ Demonstrativ zog sie noch einmal. Nur mühsam gelang es ihr, ein weiteres Husten zu unterdrücken.

„Bei Männern sieht es cool aus. Schau.“ Igor klemmte die Zigarette zwischen Daumen und Zeigefinger und übte sich als Macho, was Tallulah zum Lachen brachte.

„Das Gehabe sieht lächerlich aus, sorry.“ Sie wischte sich mit den Fingern die Tränen aus den Augenwinkeln.

Igor zuckte mit den Schultern und nahm die Zigarette wieder wie gewohnt zwischen Zeige- und Mittelfinger. „Was machst du am Samstag?“

„Keine Ahnung.“

„Wir könnten zusammen abhängen“, schlug Igor vor. Ein hoffnungsvolles Lächeln umspielte seine schmalen Lippen.

„Wann? Nachts müsste ich mich wieder rausschleichen, du weißt ja, wie mein Vater ist.“

„Allzeit besorgt um seine einzige Tochter.“ Igor drückte die Zigarette in dem Standaschenbecher aus. „Ich hole dich um vierzehn Uhr ab, dann gehen wir in den Zoo oder in die Kindervorstellung.“

„Idiot“, murrte Tallulah. „Lass uns in einen Club gehen.“

„Das ist schon mehr nach meinem Geschmack“, grinste Igor.

„Abgemacht. Ich komme zu dir“, bestimmte sie.

„Sollte der Junge nicht das Mädchen abholen?“

Tallulah nahm einen letzten Zug von der Zigarette und beerdigte die Überreste ebenfalls im Aschenbecher. „Wenn mein Vater dich vor dem Haus rumgammeln sieht, erschießt er dich am Ende noch.“

Igor steckt seine Hände in die Hosentasche. „Hat er überhaupt eine Waffe?“

„Yep“, antwortete Tallulah. „Einen ganzen Schrank voller Gewehre und Pistolen. Sogar eine Armbrust und ein Schwert hat er.“

„Du verarschst mich!“

Sie erwiderte Igors besorgten Blick mit standhafter Ernsthaftigkeit. Es stimmte. Ihr Vater besaß tatsächlich all diese Waffen. Eine Leidenschaft aus früheren Tagen, hatte er ihr erklärt.

„Okay, du kommst zu mir, und wir ziehen dann los.“

„Abgemacht.“ Tallulah warf einen Blick auf die Uhr. Es war kurz vor zwei. „Scheiße, ich sollte nach Hause. Sonst komme ich morgen nicht aus den Federn.“

„Pass auf dich auf!“, rief Igor ihr nach.

Sie drehte sich kurz um, nickte und winkte, dann verschwand sie hinter der nächsten Hausecke.

 

Tallulah beschloss, die Abkürzung durch den Park zu nehmen. Das war schneller, als an der Hauptstraße entlangzugehen. Die Hände tief in die Taschen des Pullovers vergraben, schritt sie voran. Die Kapuze hatte sie über den Kopf gezogen, das gab ihr immer ein Gefühl von Sicherheit und Anonymität. Kies knirschte bei jedem Schritt unter ihren Füßen. Erste Tropfen lösten sich vom Himmel und fielen auf sie herab. Erst zaghaft, dann immer heftiger. Tallulah beschleunigte das Tempo, und der Regen beschloss, es ihr gleichzutun.

Als sie auf Höhe eines Pavillons war, rief jemand: „Hey du!“ Die Stimme war nicht sehr tief, aber trotzdem ganz klar eine Männerstimme. Tallulah ignorierte den Ruf und ging weiter. Sie versuchte, ihr Tempo beizubehalten, um nicht ängstlich zu wirken. Sie hatte irgendwo mal gehört, man dürfe auf keinen Fall schneller laufen oder losrennen, das würde auf Schwäche hindeuten.

„Hey, ich rede mit dir!“ Plötzlich tauchte hinter einem Baum ein Typ auf.

Erschrocken blieb Tallulah stehen. Der Regen prasselte mittlerweile energisch auf sie herunter. Den stämmigen Burschen vor ihr schien das nasse Wetter nicht im Mindesten zu kümmern. Genauso wenig wie die Haarsträhnen, die ihm in das blasse, eingefallene Gesicht fielen. „Hast du Geld?“, fragte er.

Tallulah antwortete nicht. Hinter sich spürte sie die Gegenwart einer weiteren Person. Unangenehm nahe, fast schon stechend, und dann plötzlich riss diese zweite Person ihr die Kapuze zurück. Tallulahs dunkel gelocktes Haar ergoss sich über die Schultern, um sogleich den Regen aufzusaugen.

„Antworte!“ Der Kerl versetzte ihr einen Stoß, sodass sie in die Armen des anderen strauchelte. Der fing sie auf. Seine langen, dürren Finger, die an ausgedorrte Äste erinnerten, schlossen sich um ihre Unterarme.

„Ich hab nichts dabei.“ Tallulahs Stimme zitterte. Ihr Herz schlug in einem unregelmäßig harten Rhythmus gegen ihre Brust.

„Und das sollen wir dir glauben?“ Der Typ hinter ihr beugte sich vor, bis seine Lippen ihre Ohrmuschel streiften. Der kalte Geruch von Zigarettenrauch kroch aus seinem Mund wie ein sterbendes Tier.

„Schau nach, Kai.“

Der dürre Kerl ließ sie los. Der andere Typ packte sie und drehte ihr die Arme auf den Rücken. Kai langte grapschend in die Taschen ihres Kapuzenpullovers, dann in die ihrer Jeans.

Die Berührungen waren unangenehm und jagten Schauer über Tallulahs Rücken.

„Sie hat nichts“, teilte Kai tonlos mit.

Tallulah wurde hart herumgedreht. Der Kerl, der bis eben noch hinter ihr gestanden hatte, bekam plötzlich ein Gesicht. Kalte blaue Augen starrten sie an. Der schmale Mund war zu einem verärgerten Strich verzogen. Schraubstockartig schlossen sich seine Finger um ihr Kinn.

„Siehst ganz hübsch aus. Vielleicht finden wir für dich Verwertung …“

Tallulah presste ihre Lippen fest zusammen und ballte die Hände zu Fäusten. Wenn es sein müsste, würde sie sich mit aller Kraft verteidigen, auch wenn die Chancen für sie schlecht standen.

„Mikka, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist“, meinte Kai zögerlich.

„Das ist sogar eine ganz dumme Idee“, meldete sich eine dritte, noch unbekannte Stimme zu Wort.

Mikkas, Kais und Tallulahs Köpfe drehten sich zeitgleich in dieselbe Richtung. Lässig an einen Baumstamm gelehnt stand ein junger Mann. Ein Teil seines bleichen Gesichtes wurde von der Straßenlaterne beleuchtet, während der andere im Schatten lag. Das Auge auf der erhellten Seite funkelte wie ein Saphir, das andere schien bloß eine dunkle Höhle zu sein. Die Arme hatte er cool vor seiner Brust verschränkt. Unter den ausgestreckten Ästen des Baumes blieb er relativ trocken.

„Hau ab!“, bellte Kai. „Du hast dich hier nicht einzumischen.“

„Au contraire, wenn eine holde Maid in Not ist, habe ich mich sehr wohl einzumischen.“ Der Fremde stieß sich mit einer fließenden Bewegung vom Baum ab.

„Du willst wohl eins aufs Maul!“, zischte Mikka und versetzte Tallulah einen kräftigen Stoß. Diese strauchelte und fiel der Länge nach auf den Boden. Mikka schoss vor, seine rechte Hand zu einer Faust geballt, die von dem anderen mit Leichtigkeit abgeblockt wurde. Ehe er sichs versah, bekam er einen Faustschlag in den Magen. Ein Schlag, der kräftig genug war, um den ganzen Atem aus seinen Lungen zu pressen und ihn taumeln zu lassen.

Kai hatte den Moment des Schlagabtausches genutzt und sich hinterrücks Tallulahs Beschützer genähert. Nun schwang er die Fäuste und stürzte sich auf den Fremden. Dieser fuhr blitzschnell herum, packte Kai an den Handgelenken und schleuderte ihn mit einer judoartigen Bewegung zu Boden. Der junge Mann beugte sich zu ihm herunter und zog die Brieftasche aus dessen Gesäßtasche. Er entnahm die wenigen Scheine, die sich darin befanden, warf sie wieder dem Besitzer zu und steckte das Geld ein. „Haut ab, bevor ich euch richtig den Hintern versohle!“

Mikka und Kai rappelten sich vom Boden auf und rannten so schnell davon, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her.

Tallulahs Retter drehte sich zu ihr um. Endlich konnte sie ihn genauer betrachten. Verblüfft stellte sie fest, dass er höchstens drei oder vier Jahre älter als sie sein konnte. Er trug eine schwarze Hose, Dr. Martens und unter der Lederjacke einen schwarzen Kapuzenpullover. Das dunkle Haar hing ihm wild ins Gesicht. Mit einer ruckartigen Kopf- und einer saloppen Handbewegung rückte er es einigermaßen zurecht.

Ein Henry Cavill mit längerem zerzaustem Haar, schoss es Tallulah durch den Kopf. Nur die Augen, die waren faszinierend anders. Blau, und etwas Katzenartiges hatten sie an sich. Es lag nicht an der Form, sondern viel mehr an der farblichen Intensität, etwas, was einem Leuchten nahekam und je nach Lichteinfall durch die Laterne variierte.

Tallulah saß wie versteinert auf dem Rasen, unfähig, den Blick von ihm abzuwenden. Er streckte ihr seine Hand hin. Eine schmale, feingliedrige Hand, unerwartet gepflegt im Vergleich zu seinem Outfit und dem zerzausten Haar.

„Ich helfe dir auf“, sagte er, als Tallulah die ausgestreckte Hand ignorierte. Obwohl sie seine Stimme zuvor schon gehört hatte, war sie nun völlig gefesselt von deren Klang. Rau und tief und irgendwie wahnsinnig sexy. Einen Moment lang fühlten sich ihre Wangen wie zwei glühende Herde an. Sie schluckte leer und griff nach der Hand.

„Danke“, flüsterte sie, als sie stand.

„Gern geschehen.“ Ein Lächeln verzog seine breiten Lippen. „Reichlich spät für eine junge Frau, um alleine unterwegs zu sein, nicht?“

Tallulah zuckte mit den Schultern und steckte ihre Hände in die Tasche des Kapuzenpullovers. Sie fröstelte. Der Regen hatte mittlerweile ihre Kleider völlig durchnässt.

„Ich begleite dich nach Hause“, verkündete ihr Retter in Not.

Unter normalen Umständen hätte Tallulah sein Angebot ausgeschlagen, aber jetzt war sie dankbar. Bisher waren ihre nächtlichen Ausflüge immer gefahrlos verlaufen, aber es schien wohl für alles ein erstes Mal zu geben. Obwohl sie glimpflich davongekommen war, zitterten ihr die Knie.

„Wo wohnst du?“

Tallulah nannte ihm die Straße, worauf er nickte und voranging. Sie folgte ihm.

„Leider habe ich keinen Schirm“, sagte er.

„Macht nichts“, murmelte Tallulah und fügte etwas lauter hinzu: „Wie heißt du eigentlich?“

Lachend schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Wo habe ich bloß meine Manieren gelassen! Ich bin Zacharias. Zacharias Leopold und du?“

„Tallulah Doerr.“


Lust auf mehr? Der Roman erscheint als Ebook bei Amazon am 17. Februar 2017 und kann bereits vorbestellt werden.





Namenswahl

Bei Lesungen gibt es ein, zwei Fragen die immer, aber auch wirklich immer wieder gestellt werden :-). Eine davon ist, wie ich auf die Vorname meiner Figuren komme. Es seien doch eher spezielle Namen.

Bevor ich Internet hatte (ja, ich bin wirklich schon so alt), verwendete ich vorallem das Rätsel Lexikon und wann immer ich einen interessanten Vornamen aufschnappte, habe ich ihn mir aufnotiert. Direkt in das Lexikon oder in mein Moleskine. Heute schaue ich oft auch im Internet nach. Es gibt so schöne Seiten wie vornamen.ch.

Na, erkennt ihr den einen oder anderen Namen den ich schon verwendet habe?

Eines sei verraten. Die männliche Hauptfigur in meinem neuen Roman heisst Zacharias :-)

lexikon2.jpg